2017

Stanislaw Borowski

Stanislaw Borowski, The Grande Valentino II, 2005, Leihgabe THE EKARD COLLECTION - Foto Grzegosz Matoryn

Stanislaw Borowski

Unter die Haut – Behind the glass skin
13.05.2017 - 27.08.2017

 

1982 in Rheinbach angekommen, beginnt für den Polen Stanislaw Borowski ein Lebensweg, auf den er auch heute noch dankbar zurückblickt: „Ich hatte so unfassbar viel Glück in meinem Leben, bin im richtigen Moment den richtigen Menschen begegnet, habe richtige Entscheidungen getroffen. Ich konnte mich als Künstler verwirklichen, ich habe eine tolle Familie, mir fehlt es an nichts.“

Er zählt heute zu den renommiertesten Glaskünstlern der Welt und gilt als unangefochtener Meister der Gravur. In seinen Arbeiten verbindet er auf einzigartige Weise die vielfältigen Techniken der Glasbearbeitung mit der Gravur, um seine faszinierend detailreichen, oft surrealistischen Bildwelten zu gestalten. 1944 wurde Stanislaw Borowski im französischen Moutiers geboren, wo sein Vater als Arbeitsmigrant in der Kohlenindustrie beschäftigt war. Vier Jahre später lockte die Aufbaupropaganda der neuen Volksrepublik Polen die Familie zurück in ihre Heimat. Der junge Stanislaw spürte bereits sehr früh seine künstlerische Ader, allerdings musste er auf Wunsch seines Vaters zunächst einen soliden Beruf erlernen. Er wurde Mechaniker. 1964 führte ihn der Zufall zur Glashütte von Krosno – der Funke sprang über. Prompt ließ er sich in der Hütte anstellen, um die verschiedenen Bereiche von Glasproduktion und -gestaltung zu erlernen. Doch die industrielle Arbeit in der Glashütte konnte seinen künstlerischen Drang nicht befriedigen. Heimlich richtete er sich eine Werkstatt in der Garage seiner Tante ein, experimentierte intensiv, aber unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen, mit dem Werkstoff Glas und studierte die Fachliteratur. Erste Kontakte zu deutschen Künstlern und Galerien ergaben sich dann 1977 bei der Ausstellung zum 1. Coburger Glaspreis. Als Stanislaw Borowski 1982 nach Rheinbach zog, ging seine Karriere steil bergauf. Endlich konnte er arbeiten, seine Werke in Ausstellungen präsentieren und sich mit anderen Künstlern wie Pavel Molnár, Udo Edelmann, Gerd Kruft, Erwin Eisch und Jack Ink austauschen. In den USA gelang ihm ein sensationeller Durchbruch, Galerien und Sammler rissen sich quasi um seine Arbeiten. Die Nachfrage war so groß, dass neue Produktionsmöglichkeiten unabdingbar wurden. Diese fand Borowski vorübergehend in Hennef bei Bonn, und seit 1992 dauerhaft im polnischen Bunzlau, wo er sich eine eigene private Glashütte errichtete. In der Zwischenzeit nahmen auch seine Söhne Pawel und Stani Jan ihren Weg als Glaskünstler, während Wiktor zum Manager des Familienunternehmens avancierte – eine glückliche Situation für den arrivierten Glaskünstler, dass sein Talent und seine Liebe zum Glas in der nächsten Familiengeneration weiterleben.

Unsere neue Ausstellung ermöglicht einen Blick auf Stanislaw Borowskis Lebenswerk. Im Zentrum stehen seine ersten Arbeiten aus Rheinbach, die Phase der Eroberung des amerikanischen Marktes und die Zeit bis ins neue Jahrtausend. Seine Werke präsentieren wir nicht nur im Kontext mit ausgesuchten Exponaten seiner früheren künstlerischen Weggefährten, sondern auch im Zusammenspiel mit Arbeiten seinen beiden Söhnen Pawel und Stani Jan. Die Staffelübergabe ist vollzogen, Stanislaw Borowski Lebenswerk reicht in die Zukunft!

 

Objektbeschreibungen von links:

Stanislaw Borowski, The Grande Valentino II, 2005, Leihgabe THE EKARD COLLECTION – Foto Grzegosz Matoryn

Stanislaw Borowski, White Ship, 2003,Leihgabe Borowski – Sasa Fuis

Stanislaw Borowski, Deep from my heart, 2005, Leihgabe Borowski – Foto Sasa Fuis

Stanislaw Borowski, Tales from the blue Lagoon, 2006, Leihgabe Borowski – Foto Sasa Fuis

Stanislaw Borowski, The Grande Valentino II, 2005, Leihgabe THE EKARD COLLECTION - Foto Grzegosz MatorynStanislaw Borowski, White Ship, 2003,Stanislaw Borowski, Deep from my heart, 2005, Leihgabe Borowski - Foto Sasa FuisStanislaw Borowski, Tales from the blue Lagoon, 2006, Leihgabe Borowski - Foto Sasa Fuis