Freies und angewandtes Glas aus der Staatlichen Glasfachschule Hadamar

Die hessische Kleinstadt Hadamar, idyllisch am Rande des Westerwaldes zwischen Köln und Frankfurt gelegen, beherbergt seit 1949 ein modernes, kompetentes Bildungszentrum für Glastechnik und Glasgestaltung.

Die Staatliche Glasfachschule Hadamar zählt heute zu den bekanntesten Ausbildungs- und Glasveredelungsstätten Deutschlands. Gegründet wurde sie 1949 auf Initiative heimatvertriebener Glasfachleute aus den Glaszentren Nordböhmens, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Hadamar und Umgebung niedergelassen hatten und dort neue glasveredelnde Betriebe aufbauten. Ihr Ziel war es, Berufsnachwuchs aus einer eigens eingerichteten Fachschule heranzubilden, wie es auch früher in der alten Heimat üblich war.

Dank eines zukunftsorientierten Managements, nah am Puls der Glastechnologiebranche, ist es der Schule immer wieder gelungen, ihr Ausbildungsprogramm für die Entwicklungen und Erfordernisse der beruflichen Praxis zu optimieren. Ununterbrochen haben Schulleitungen und Lehrkräfte an Novellierungen von Ausbildungsordnungen und Rahmenlehrplänen für die glasbe- und -verarbeitenden Berufe mitgearbeitet, und so hervorragende Bedingungen für die Ausbildung geschaffen.

Der gute Ruf der Schule zieht heute junge Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet nach Hadamar, nicht selten auch aus europäischen Nachbarstaaten, aus Asien und Afrika. Sie kommen, um einen glashandwerklichen bzw. industriellen Beruf zu erlernen, sich in der Technik weiterzubilden, gestalterisch zu arbeiten.

Die mehrjährige Berufsfachschule bietet eine Erstausbildung in den Berufen Glaser, Glasapparatebauer, Glasveredler (Kanten- und Flächenveredelung, Glasmalerei und Kunstverglasung). Weitere Schulformen sind eine Zweijährige Fachschule für Technik, Berufsschule sowie ein Lehrgang zur Meistervorbereitung beim BIV.

Der Umgang mit dem Material Glas eröffnet den Schülern aber auch Perspektiven, einen eigenen schöpferischen Ausdruck zu finden. So wundert es nicht, dass viele renommierte Glaskünstler aus der Glasfachschule Hadamar kommen.

In unserer neuen Ausstellung präsentieren wir rund 50 Werke von ehemaligen Absolventen und jetzigen Schülern. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie beherrschen den Umgang mit den unterschiedlichen Glastechniken perfekt, doch brechen und interpretieren sie auf eigene Weise die Anforderungen der Glasfachschule Hadamar neu. Die Werke sind abstrakt, skulptural, narrativ, ironisch oder auch einfach nur schön – eine breitgefächerte Palette künstlerischen Schaffens!

 

Foto oben:

Alexandra Lesch, Fischdrache, 2002 (Foto Alexandra Lesch)

Fotos von links:

Elvira Bach, o.T., 1985 (Foto Derix Glasstudios, Taunusstein)

Fritz Prehal, Gegen den Strom, 2014 (Foto Lena Prehal)

Elisa Ekler, Schmetterlings Kronenleuchter, 2017/18 (Foto Elisa Ekler)

Gabriele Küstner, Deckelgefäß 3.B.2007, 2007 (Foto Max Hundertmark, Fotostudio Maxwell)

Samuel Weisenborn, Destruction,  2019 (Foto Samuel Weisenborn)

Thomas Kruck, Treasure Box, 2013 (Foto Thomas Kruck)

Sandra Urban, Seelenverwandte, 2017 (Foto Reiner Eul)

Jochen Härter, o.T.  (Wettbewerbsarbeit), 2017 (Foto Reiner Eul)

 

Glass Generations

Als unabhängige Fachhochschule für bildende Kunst und Design ist die Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam seit nunmehr 50 Jahren Heimat einer eng vernetzten internationalen Gemeinschaft von Studenten aus der ganzen Welt. Schü­ler und Lehrer schaffen hier gemeinsam eine Lernumgebung, in der Denken und Handeln zusammenkommen und uner­wartete Ideen entstehen. Ziel ist es, talen­tierte junge Menschen so zu fördern, dass sie im Bereich der bildenden Kunst oder des Designs selbstständig agieren können.

Die Gerrit Rietveld Academie hat seit jeher eine enge Verbindung zum Glas. Gegründet wurde die Glasabteilung 1969 von Sybren Valkema, der den Begriff „Free Glass“ für von Künstlern entworfenes und hergestelltes Glas anstelle der amerikani­schen Bezeichnung „Studio Glass“ prägte. Dank seiner Pionierarbeit konnten sich Lehre und Kunst damals wie heute immer wieder gegenseitig befruchten. Die Glas­abteilung hat den starken konzeptuellen Ansatz, Glas als skulpturales Material in die zeitgenössische Kunst zu rücken. Richtungsweisend ist in dieser Hinsicht auch der neue Name der Rietvelder Glas­abteilung: „The Large Glass“, angelehnt an eine Arbeit von Marcel Duchamp aus den Jahren 1915-1923, der hier erstmals Glas in der Konzeptkunst einsetzte.

So verstehen sich die Studenten nicht als Glaskünstler, sondern sehen sich in der Tradition der bildenden Künste. Sie werden ermutigt, frei zu arbeiten, das Material Glas zu erforschen, herauszufordern und seine Grenzen auszuloten. Technik ist dabei ein Werkzeug, kein Ziel. Gleichwohl werden während des gesamten Studiums grundle­gende Fähigkeiten vermittelt: Kunsttheorie, Konzept, Heiß- und Kaltglastechniken (Blasen, Gießen, Schleifen, Sandstrahlen, Formenbau usw.). Der Schwerpunkt liegt auf der individuellen künstlerischen Position des Schülers und auf dem Verständnis für die erforderlichen praktischen und theore­tischen Fachkenntnisse, die es braucht, um ein Künstler zu sein.

Mit unserer neuen Ausstellung gratulieren wir dem Jubilar und präsentieren außer­gewöhnlich freie Objekte, Wandarbeiten und Installationen von elf jungen Absol­venten. Ergänzt werden diese aktuellen Arbeiten mit zahlreichen Werken aus der Sammlung des Glasmuseums Lette, die als einzige im deutschsprachigen Raum einen außergewöhnlichen Querschnitt über die Glasabteilung der Rietveld Academie präsentiert. So ist es möglich, dass diese Ausstellung sozusagen als Satellitenaus­stellung im Jubiläumskontext fungiert und die Entwicklung von 50 Jahren Glas aus der Rietveld Academie vermittelt.

Eingeladen zu diesem Projekt hat uns Jens Pfeifer, der die Glasabteilung seit 2011 leitet. Dank seiner Initiative können wir Ihnen auch das heutige Potential der Rietveld Academie zeigen!

 

Foto oben:

Mirre Yayla Séur, When Memory Enters, a Midwife as a Metaphor (The Pretense of Presence), 2018  (Foto Kit Séur)

 

Fotos von links:

Katrien Van Liefferinge, „…Blood, Sweat, and Tears“, 2017  (Foto Katrien Van Liefferinge)

Marie De Bruyn, The process and its object, 2011 (Foto Marie De Bruyn)

Jenny Ritzenhoff, Lover 11 – 127 #reconstruction 1, 2017  (Foto Jenny Ritzenhoff)

Geir Nustad, Street view – Mother, son, soldier, 2014  (Foto Geir Nustad)

Jens Pfeifer, Bohemian cut 1, 2013 (Foto Jens Pfeifer)

Gareth Noel Williams, Deep in my own world, 2001 – Sammlung Glasmuseum Lette (Foto Ron Zijlstra)

Richard Meitner, Jumbo Lights, 2003 – Sammlung Glasmuseum Lette (Foto Ron Zijlstra)

Mieke Groot, o.T., 2003 – Sammlung Glasmuseum Lette (Foto Ron Zijlstra)

 

Aufbruch – Ungarns junge Glasszene 

Ungarns Glasszene ist noch jung, und sie ist im Aufbruch.

Meisterstücke von ungarischen Glaskünstlern sind inzwischen heiß begehrt, große internationale Museen und private Sammler müssen oft lange warten, um Werke von Weltklasse erwerben zu können. Das Interesse ist nicht überraschend, da viele ungarische Künstler bereits mit großen internationalen Spitzenpreisen ausgezeichnet worden sind.

Glaskunst musste in Ungarn allerdings einen besonderen, einzigartigen Weg einschlagen, der sich nicht an der internationalen Studioglas-Bewegung orientieren konnte. Zwar gab es durchaus Traditionen in der Volkskunst und Glasproduktion, doch von etwa 1948 bis 1990 bestimmte vor allem Massenproduktion die staatliche Glasindustrie. Danach mussten viele Glashütten wegen Privatisierungen schließen, sie spielten weder für die Industrie noch für die Ausbildung zeitgenössischer Glaskunst eine große Rolle.

Von enormer Bedeutung dagegen war in Ungarn seit den 50er und 60er Jahren die erstklassige Ausbildung an den Fachschulen, Akademien und an der Budapester Moholy-Nagy-Universität für Kunst und Design (MOME). Zoltán Bohus, Meister, Lehrer und Pionier, war maßgeblich für die Entwicklung des autonomen Glases in Ungarn verantwortlich und erlangte schnell internationale Bedeutung für seine architektonischen Skulpturen aus kalt bearbeitetem Glas.

Überraschenderweise findet das autonome Glas im eigenen Land noch vergleichsweise wenig Anerkennung. Ungarische Museen zeigen meist nur Design-Glas, sie interessieren sich eher für antikes Glas als für modernes Studioglas. Zwar gibt es in Ungarn viele aktive, professionelle Glaskünstler, doch die meisten arbeiten unabhängig voneinander in eigenen Studios und Werkstätten. Es ist für sie schwierig, sich untereinander zu vernetzen, da es nur wenige spezialisierte Galerien, Ausstellungen oder Messen gibt, wo sich Künstler frei austauschen und inspirieren könnten. Zudem gehen die meisten Exponate direkt in ausländische Galerien. Die einzige Glasgalerie – die Hefter Gallery – befindet sich im Westen des Landes in der Stadt Pannonhalma. Ansonsten sind Werke der Künstler in Ungarn nur in wenigen, nicht auf Glas spezialisierten Kunstgalerien zu finden. Die Künstler haben also nicht oft Gelegenheit, die Arbeiten ihrer Kollegen zu sehen.

Allen voran engagiert sich die 1996 gegründete Hungarian Glass Arts Society (HGS) für das autonome Glas. Seit 2012 organisiert sie alle drei Jahre die international renommierte Ausstellungsreihe „HuGlass“. Ziel ist es, die verschiedenen Bereiche der Glaskunst der Öffentlichkeit vorzustellen und den Mitgliedern die Möglichkeit zu bieten, sich in einem professionellen Kontext vorzustellen und die Aufmerksamkeit der Kunstmärkte auf das Glas zu lenken. Das künstlerische Schaffen ist in Ungarn äußerst vielseitig, alle Künstler verbindet aber eine extreme Professionalität in den Glastechniken und -prozessen und die Intention, einen individuellen, visuellen Ausdruck zu entwickeln.

Mit unserer neuen Ausstellung möchten wir diese junge, lebendige Glasszene vorstellen. Wir zeigen rund 55 Arbeiten von 27 Künstlern – es sind Skulpturen, Objekte und Installationen von international renommierten Künstlern, aber auch von vielversprechenden Vertretern der jungen Generation. Sie alle sind Mitglieder der Hungarian Glass Arts Society (HGS).

Ganz herzlich bedanken wir uns bei der ungarischen Künstlerin und Kuratorin Zsuzsanna Kóródi, die sich für diese Präsentation ungarischen Glases sehr engagiert hat.

 

Foto oben:

Judit Grünfelder, Can´t Find, 2019  (Foto Judit Grünfelder)

 

Fotos von links:

Rita Bánó, Blue peach, 2019  (Foto László Spengler, Lili Sziráki)

Bernadett Hegyvari, Above and below 01, 2019  (Foto James Carcass)

Zsuzsanna Kóródi, Grid VII., 2018  (Foto Zsuzsanna Kóródi)

Zoltán Bohus, Autum I, 2015  (Foto Réka Bohus)

Dóra Varga, Boov 2, 2017  (Foto Zsuzsanna Kóródi)

Kyra László, w.omens 04, 2017  (Foto Kyra László)

Péter Borkovics, Blue yellow 2, 2017  (Foto Péter Borkovics)

Endre Gaál, Golden age 7, 2019  (Foto Endre Gaál)

György Gáspár, Plan, 2017  (Foto Zsuzsanna Kóródi)

Birgit Köblitz, Der Kurgast (H.H.), 2018  (Foto Éva M. Fodor)

Vajk Farkas, Green Stripe, 2017  (Foto Vajk Farkas)

Eszter Bősze, Flow Motion II., 2018  (Foto Tamás Szelestey)

 

Neuerwerbungen 2018

Als wahre Fundgrube für erstklassige Kunst erwies sich die Ausstellung YOUNG GLASS im Glasmuseum Ebeltoft. Diese Veranstaltung findet alle zehn Jahre in der Form eines internationalen Wettbewerbes statt, um die schöpferische Kraft junger Talente auszuzeichnen. So ist diese Ausstellung ein markanter Orientierungspunkt für Glaskünstler aus aller Welt geworden. Präsentiert wurden Arbeiten von 57 Künstlern aus 18 Ländern. Unter der Fülle der fantastischen Objekte ist auch Bjørn Friborgs Werk „BBC“, das im Rahmen der Ausstellung mit dem renommierten Finn Lynggaard Preis ausgezeichnet worden ist. Die Tradition des Glasblasens fortzuführen und sie dennoch gleichzeitig bis zum Äußersten herauszufordern, das ist ein Spagat, den der dänische Künstler bravourös meistert.

Im berühmten „Glasriket“ (Glasreich) im Smalland in Südschweden beindruckte Mattias Stenberg, der ein echter Allrounder ist: mehrfach preisgekrönter Künstler, Designer und Architekt mit einem abgeschlossenem Examen in Ingenieurwissenschaften. Seine lebenslange Liebe zum Glas hat ihn erst 2016 zum Debüt als Glasdesigner für Kosta Boda mit der Serie „Septum“ geführt. Diese überaus ästhetischen, mit einem hohen Aufwand an Engagement und Zeit gefertigten Objekte stehen für Stenbergs künstlerische Philosophie: Klarheit in Konzept, Form und Material. Auch in Südfrankreich lebt die Glaskunst auf hohem Niveau. In Biot, das als traditionsreiches Zentrum für Glaskunst bekannt ist, sticht die Familie Pierini mit ihrem Glasstudio hervor. Robert Pierini und Alain und Marysa Begou zählen zu den Pionieren – von ihnen sind längst Werke in der Sammlung des Glasmuseums Lette vorhanden. Und auch die junge Generation verfügt über das schöpferische Talent: Antoine Pierini, 1980 in Antibes in diese berühmte Künstlerfamilie hineingeboren, wendet sich in seiner Kunst an die Natur und an das mediterrane Kulturerbe, was seine beeindruckende Glas-Amphore „Vestiges Contemporain“ deutlich zeigt: „Meine Arbeit lädt den Betrachter ein, in die faszinierende Gründerzeit der Antike zurückzukehren; sie interpretiert die Magie der Rituale, Objekte und der symbolischen Artefakte neu, die von Frauen und Männern verschiedener Kulturen rund um das Mittelmeer verwendet worden sind.“

Künstlerische Neuentdeckungen machte die Stiftung 2018 auch bei den eigenen Ausstellungen: „Japanisches Glas heute“ entwickelte sich zum absoluten Publikumsliebling, die besondere Ästhetik japanischer Kunst begeisterte uns und die Besucher gleichermaßen.

Schon heute möchten wir Sie auf drei weitere Ausstellungen in 2019 hinweisen: Im Mai präsentieren wir einen spannenden Ausschnitt der aktuellen ungarischen Glasszene, im Sommer planen wir anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Gerrit Rietveld Academie Amsterdam eine Gemeinschaftsausstellung mit der niederländischen Kunstakademie, und im Herbst begrüßen wir erstmals Schüler der hessischen Glasfachschule Hadamar!

 

Foto oben:

Kelly O´Dell + Raven Skyriver, Biot Nautilus, 2018 (Foto: Glasmuseum Lette)

 

Fotos von links:

Sachi Fujikake, Vestige II, 2016 (Foto: Sachi Fujikake)

Natsuki Katsukawa, Microworld Specimen, 2016 – „Stanislav Libenský Award 2016“  (Foto: Natsuki Katsukawa)

Nicolas Laty, Glassy Puppy, 2017 (Foto: Glasmuseum Lette)

Jan-Erik Ritzman, Face Arial 1, 2017  (Foto: Glasmuseum Lette)

Mattias Stenberg, Septum Stor F, 2018 (Foto: Kosta Boda/Jonas Lindström)

Björn Friborg, BBC, 2016 – „Finn Lynggaard Preis 2017“ (Foto: Anne Marie Jo)

Antoine Pierini, Vestige Contemporain (VEC1A2), 2017 (Foto: Gaëlle Pierini)

Antoine Brodin, Le Roi des Oiseaux, 2016 (Foto: Antoine Brodin)

Glas und Licht

Die kleine, aber weltberühmte tschechische Glas-Stadt Kamenický Šenov („Steinschönau“) liegt in einer idyllischen Landschaft an der Grenze zwischen dem Lausitzer Bergland und dem Böhmischen Mittelgebirge. Die Region ist seit dem 16. Jh. untrennbar mit der Glasherstellung verbunden; Kamenický Šenov wurde im 18. Jh. zu einem wichtigen Zentrum des europäischen Glashandels.

Als die Glasindustrie um 1840 einen neuen großen Aufschwung nahm, versuchten die Glasproduzenten in Kamenický Šenov, die fachlichen Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter weiter auszubilden, um auf dem internationalen Markt konkurrenzfähig zu bleiben. Bereits 1839 hatte man deshalb in der örtlichen Sonntagsschule Zeichnen als Lehrfach für Schüler, Glasgesellen und -meister eingeführt. 1856 wurde schließlich die Glasfachschule gegründet, sie gilt als älteste Schule dieser Fachrichtung in Mitteleuropa. Am Anfang gab es nur die traditionellen Abteilungen für Glasmalerei und -schliff, später kamen die Abteilungen für Konstruktion und Design von Beleuchtungskörpern und für Glasgravur hinzu. Dank der hervorragenden Infrastruktur erlernen die Schüler seit den frühen 1990er Jahren auch das Glasblasen, das Arbeiten mit dem Schmelzofen, das Gestalten mit geschmolzenem Glas, das Modellieren von Flachglas im Elektroofen, das Bedrucken von Glasscheiben (Vitrographie) und auch die Möglichkeiten der Computergraphik. Die Ausbildung dauert vier Jahre und endet mit dem Abitur.

Orientierte sich die Schule anfangs vor allem am Bedarf der Industrie an geschickten Schleifern, Graveuren und Glasmalern, rückten, bedingt durch die veränderten Anforderungen der Glasindustrie, die künstlerischen Fähigkeiten der Schüler in den Vordergrund. Die Glasfachschule bereitet daher bis heute nicht nur die Ausbildung von Spezialisten für die Glasindustrie vor, sondern fördert auch besonders talentierte Schüler für das Studium an einer Kunstakademie. So kommen viele renommierte Glaskünstler aus der Glasfachschule Kamenický Šenov. Die Liste der Absolventen liest sich wie ein „Who is Who“ der tschechischen Glasszene!

Seit ihrer Gründung hat die Glasfachschule einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Glasindustrie in Bezug auf Kunst, Handwerk und Technologie – früher wie heute tragen Schulleiter, Lehrer und Absolventen wesentlich zum hohen Niveau der tschechischen Glaskunst bei. Das bezeugen auch die Arbeiten von Absolventen und Lehrern der Glasfachschule Kamenický Šenov, die wir in unserer neuen Ausstellung präsentieren. Allesamt spiegeln sie den hohen ästhetischen und handwerklichen Anspruch der dortigen Ausbildung wider. So führt das Glasmuseum Lette auch seine Tradition fort, Schülern und Studenten, ein Forum zu bieten, ihren künstlerischen Weg, ihren Umgang mit dem Material Glas zu präsentieren.

Ganz herzlich bedanken wir uns bei dem Schulleiter und Künstler Pavel Kopřiva und der Galeristin Daniela Welti, die uns mit großem Engagement bei der Organisation der Ausstellung zur Seite standen!

Foto oben:

Karolína Kopřivová, Forest flower, 2017 – Foto Vladimir Labaj, Jiří Koudelka

Fotos von links:

Martin Novák, Engraved plate, 2008 – Foto Vladimir Labaj, Jiří Koudelka

Ladislav Průcha, Alter Ego, 2013 – Foto Jiří Koudelka

Pavel Kopřiva, The squirrel, 2017 – Foto Dagmar Petrovická

Nazerke Toleutay, Fish, 2014 – Foto Vladimir Labaj, Jiří Koudelka

Kateřina Fabiánová, Light object, 2011 – Foto Vladimir Labaj, Jiří Koudelka

Ondřej Skok, Untitled, 2011 – Foto Vladimir Labaj, Jiří Koudelka

Marie Jindrová, Idol 1, 2014 – Foto Vladimir Labaj, Jiří Koudelka

Dagmar Pánková, Pillows, 2009 – Foto Vladimir Labaj, Jiří Koudelka

Neuerwerbungen 2017

„Ich sehe meine gestrickten Glasstruk­turen als Metapher für unser soziales Gefüge. Einzelne Stränge allein sind schwach und spröde, aber täuschend stark, wenn sie miteinander verbunden sind. Die Verbindungen sind das, was Kraft und Integrität ins Ganze bringt und was es intakt hält.“ So beschreibt die kanadische Künstlerin Carol Milne ihre ungewöhnliche Arbeit. Sie ist eine Pionierin auf dem Gebiet des „gestrickten Glases“, durch hartnäckiges Experi­mentieren lotet sie immer wieder die Grenzen ihres Materials neu aus.

Carol Milne ist eine der Künstlerinnen und Künstler, die wir im vergangenen Jahr 2017 auf unseren Reisen quer durch Europa neu für uns entdeckt haben. Ihre Arbeiten waren in einer Ausstellung im belgischen Hasselt zu sehen, wo wir auch den fantastischen Glastuch-Objekten der Britin Cathryn Shilling begegneten.

Die schillernden Oberflächen ihrer dreidimensionalen Kunstwerke erwe­cken den Eindruck von vibrierender Dynamik: Durch das unerwartete Zu­sammenspiel von Textur, Licht und Farbe gelingt es Cathryn Shilling, ein stilisiertes Gefühl der menschlichen Bewegung hervorzurufen, ohne die Form eines Menschen im Gewebe buchstäblich neu zu erschaffen. Die einzelnen Formen, obwohl getrennt, sind durch einen fast tänzerisch anmutenden Bewegungs­fluss miteinander verbunden.

Unsere Suche nach besonderen Arbeiten aus Glas führte uns auch nach Budapest zur Ausstellung HuGlass 2017. Die dort präsentierten Arbeiten brach­ten uns zum Staunen, wie z.B. die Skulptur „Big Fish eats small fish“ des ungarischen Künstlers Balázs Sipos. Er schafft wunderbar detaillierte Figuren, seine Inspirationen stammen dabei oft aus dem Alltag der Menschen, den Problemen unserer Zeit und den inneren Kämpfen, die daraus entstehen können. Balázs Sipos versteht sich als Glasbild­hauer, doch seine eigentlichen Werk­zeuge sind ein bissiger Humor und eine Vorliebe für das Groteske, durch die er sich direkt und schnörkellos an gesell­schaftskritische Themen wagt.

Natürlich ließen wir 2017 aber auch altbekannte Künstler nicht außer Acht: Anna Torfs z.B. überzeugte uns mit ihrem atemberaubend schönen Gefäß „Parts High“. Die Fähigkeit des Glases, Licht einzufangen, zu reflektieren und zu absorbieren ist das zentrale Thema der in Belgien geborenen Künstlerin und Designerin, die seit vielen Jahren in Prag lebt und arbeitet. Mit scharfen Schnitten legt sie Schicht für Schicht offen, wie das jeweilige Werk aufgebaut ist. Sie enthüllt die luftige, leuchtende Tiefe, durch die Energie und Sinnlichkeit geradezu pulsieren.

Last but not least möchten wir Sie noch gern auf eine Ausstellung hinweisen, die wir im Anschluss an die „Neuerwer­bungen 2017“ zeigen werden: Im Som­mer 2018 präsentieren wir aktuelle Arbeiten von Studierenden und Profes­soren der tschechischen Glasfachschule Kamenický Šenov.

 

Fotos von links:

Anna Torfs, Parts High – Crystal Gold, 2017 – Foto Jaroslav Kvíz

Agnieszka Leśniak Banasiak. Enigma II, 2015 – Foto Krzysztof Pachurka

Carol Milne, Purple Reigns, 2016 – Foto Carol Milne

Cathryn Shilling, Hidden Gestures II, 2014 – Foto Ester Segarra

Cathryn Shilling u. Anthony Scala, Fragile Nature of Earthly Pleasures, 2016  – Foto Ester Segarra

Peter Bremers, Perception 4, 2011 – Foto Paul Niessen

Zuzsanna Kóródi, PF I, 2017 – Foto Zsuzsanna Kóródi

Gordana Drinković, Iyalawo, 2016 – Foto Mario Krištofić

Foto oben: Carol Milne, Purple Reigns, 2016 – Foto Carol Milne

JAPANISCHES GLAS HEUTE

Exotisch, spirituell und gefühlsbetont – es ist eine ganz besondere Ästhetik, die japanische Kunst auszeichnet. Mit unserer neuen Ausstellung tauchen wir tief in diese Welt hinein und stellen aktuelle Positionen vor. Alle Skulpturen, Installationen und Wandbilder aus Glas wurden bereits im vergangenen Jahr im Glasmuseum Frauenau (Bayerischer Wald) präsentiert – wir haben die Chance ergriffen, diese einmalige Ausstellung bei uns im Glasmuseum Lette fortzuführen.

Denn um zeitgenössisches japanisches Glas von einer solchen Exzellenz und Vielfalt zu erleben, musste man lange warten: Die letzte große Ausstellung zu diesem Thema fand 1993 im Kunstmuseum Düsseldorf statt. Seither hat sich in Japans noch junger Glasszene ein grundlegender Wandel vollzogen. Arbeitete man hier anfangs noch unter dem Einfluss europäischer und nordamerikanischer Vorbilder mit dem künstlerischen Medium Glas, so reflektiert die heutige Generation auf ihre eigenen japanischen Wurzeln und Werte.

Diesem ursprünglichen ästhetischen Empfinden Japans nachzuspüren, möchte unsere Ausstellung den Besuchern ermöglichen. Licht und Schatten, Raum und Leere, Stille und Aufmerksamkeit werden in japanischer Kunst und Kultur intuitiv wahrgenommen und bewertet – nicht als gegensätzliche, negativ oder positiv bewertete Pole wie bei uns, sondern als wertfreie, miteinander verbundene Einheiten. Beide Pole gehören zusammen, ergeben erst das Ganze.

Die Ausstellung spannt den Bogen bis nach Europa, denn es werden auch Werke von einigen japanischen Künstlern, die in Europa leben und von europäischen Künstlern, die eine Zeit lang in Japan gelebt und gearbeitet haben, präsentiert. So ist der Blick nach Japan gleich aus mehreren Perspektiven möglich.

Dafür bedanken wir uns herzlich bei allen teilnehmenden Künstlern:

Masami Hirohata (Nürnberg, D), Jin Hongo (Toyama, J), Tsuyoshi Inoue (Tokyo, J), Machiko Ito (Toyama, J), Ai Kigoshi (Tokyo, J), Yoshiaki Kojiro (Takayama, J), Takahito Komure (Akita, J), Runa Kosogawa (Takayama, J), Yoko Miyata (Hiroshima, J), Keiko Mukaide (Edinburgh, GB), Akira Nakagawa (Hokkaido, J), Mica Okuno (Yokohama, J), Shunji Omura (Chibaken, J), Mare Saare (Tallinn, EST), Masahiro Sasaki (Nagoya, J), Lada Semecká (Teplice, CZ), Yoshi Yamauchi (Kevelaer, D), Harumi Yukutake (Tokyo, J)

Vielen Dank – ありがとう

 

Fotos von links:

Shunji Omura, Blade Man 004, 2014 – Foto SAIKI TAKU

Takahito Komure, Message from the passed, 2015 – Foto Takahito Komure

Yoshiaki Kojiro, Breaking Composition 6, 2016 – Foto Yoshiaki Kojiro

Akira Nakagawa, Wind deviated, 2008 – Foto Akira Nakagawa

Masahiro Sasaki, Tensei #1604, 2016 – Foto Masahiro Sasaki

Keiko Mukaide, Family Tree, 2016 – Foto Keiko Mukaide

Masami Hirohata, Apfel und Birne kann man nicht vergleichen, 2013 – Foto Helge Articus

Mare Saare, Mono no aware, 2017 – Detail 2 – Foto Mare Saare

Oben: Runa Kosogawa, Engraved on Life, 2013 – Foto Kichiro Okamura

Glas aus Belgien

Belgisches Glas überzeugt heute mit einer lebendigen Frische, Offenheit und Vielfalt. Dabei ist Belgiens Glasszene noch recht jung. Pionierarbeit auf höchstem Niveau hat hier die Glasabteilung des Instituut voor Kunst en Ambacht im belgischen Mechelen, kurz IKA, geleistet. Denn vor ihrer Gründung im Jahr 1985 gab es in Belgien keine hochentwickelte Glasgeschichte, keine Tradition in der Glasausbildung, in der freien Glaskunst und in der Studioglasbewegung.

„Dieses Institut bot mir die Gelegenheit, die Substanz des Glases zu entdecken, die Sprache des Glases zu verstehen, das Material Glas zu erforschen“, so beschreibt die Künstlerin Marre Geesink die besondere Bedeutung des Instituut voor Kunst en Ambacht Mechelen. Das künstlerische Potential eines jeden Studenten zu fördern steht im Zentrum der Lehre am IKA. Kandidaten aus verschiedenen Ländern, unter ihnen auch bereits ausgebildete Künstler, zieht es nach Mechelen. Eine innovative, inspirierende Atmosphäre ist so entstanden, in der sich Ideen, Hintergründe und Arbeitsweisen mischen und gegenseitig befruchten.

Auf der technisch-handwerklichen Ebene vermittelt das IKA eine ungewöhnlich fundierte Ausbildung. Gelehrt werden alle wesentlichen Disziplinen im Heißglasbereich (Blasen, Gießen, Fusing, Pâte de Verre) und in der Kaltbearbeitung (Gravur, Schleifen, Polieren). Frei und selbstbewusst gehen die Lehrenden und Lernenden am IKA mit dem künstlerischen Medium Glas um. Niemand ist festgefahren – weder in klassischen handwerklichen Traditionen noch in künstlerischen Experimenten. Und so verwundert es auch nicht, dass sich ein typischer „IKA-Stil“ bis heute nicht entwickelt hat.

In unserer neuen Ausstellung präsentieren 14 Studenten und Absolventen der Glasabteilung des IKA Mechelen ihre Arbeiten. Begleitet werden sie von Sandra De Clerck, die seit 2002 die Glasabteilung leitet, und dem Dozenten Jeroen Heerwegh. Die Studierenden in Mechelen stehen der anspruchsvollen künstlerischen Aufgabe gegenüber, das empfindliche Gleichgewicht zwischen Ästhetik, Ausdruck und Technik selbst zu finden und zu definieren. Wie außerordentlich gut sie diesen Balanceakt beherrschen, belegen ihre eigenwilligen, poetischen, z.T. auch gesellschaftskritischen Installationen, Skulpturen und Objekte.

Begrüßen Sie mit uns:

Ans Bakker, Thérèse Bouwens- van Herwaarden, Chris De Bock, Marre Geesink, Krista Israel, Anne Notebaert, Wilma van Rees, Rini Ronckers, Myriam Thomas, Ingrid Vandekelder, Ton Van Looijen, Ireen Van Praet, Nataliya Vladychko, Tinne Vroonen.

Van harte welkom!

 

Fotos von links:

Nataliya Vladychko, Sleep well, 2016 – Foto Steven van Kooijk

Ans Bakker, Ode to the Oosterschelde, 2015 – Foto Johan Kole

Tinne Vroonen, I do, 2017 – Foto Tinne Vroonen

Krista Israel, Crowding, 2017 – Foto Krista Israel

 

Tschechische Glasfachschulen

In der Glasgalerie Hittfeld bei Hamburg wurden im Jahr 2000 Arbeiten von Studenten tschechischer Glasfachschulen präsentiert. Die hervorragende Qualität der Objekte war so überzeugend, dass daraus die Idee zu einer eigenen Ausstellung im Glasmuseum entstanden ist.

In Kooperation mit der Galeristin der Glasgalerie Hittfeld, Eliška Stölting, organisiert das Glasmuseum eine Ausstellung mit Arbeiten von Studenten und Lehrern der tschechischen Glasfachschulen in Zelezný Brod, Kamenický Šenov und Nový Bor. Diese Schulen wurden Ende des 19. Jahrhunderts gegründet. Zu der Zeit begannen die Kunden, höhere Ansprüche an die Qualität der Glasprodukte zu stellen. Um konkurrenzfähig zu bleiben, hatte die Glasindustrie die Notwendigkeit der kontinuierlichen Anpassung an veränderte Lebensgewohnheiten und den Geschmack der Verbraucher erkannt. Zunächst orientierten sich die Schulen an den speziellen Erwartungen der Industrie und bildeten geschickte Schleifer, Graveure und Glasmaler aus, die nach ihrem Abschluss in die industrielle Fertigung übernommen wurden.

Durch den Einfluss der veränderten Anforderungen der Glasindustrie wurde gleichzeitig eine bemerkenswerte und intensive Entwicklung angestoßen. Es war offensichtlich, dass ein Zuwachs sowohl an technischen Kenntnissen als auch an künstlerischen Fähigkeiten immer wichtiger wurde. So werden heute an den Glasfachschulen neben der Ausbildung von Spezialisten für die Glasindustrie auch besonders talentierten Schüler für das Studium an einer Kunstakademie vorbereitet. Da jede Schule ganz spezifische Fachkenntnisse auf unterschiedlichen Gebieten der Glastechniken besitzt, zeigt diese Ausstellung eine breite Vielfalt von interessanten Arbeiten.

 

Fotos von links:

Jiri Sin, o.T., 2002 – Foto Ron Zijlstra

Lenka Bubnova, o.T., 1999 – Foto Ron Zijlstra

Anna Polanska, Motorrad I + III, 2000 – Foto Ron Zijlstra

Petr Mens, Comedia dell Arte, 2000 – Foto Foto Ron Zijlstra

Sommerausstellung

Den Kern des Glasmuseums Alter Hof Herding bildet die im Laufe von 25 Jahren aufgebaute Glassammlung Ernsting. Sie wird durch interessante Neuankäufe kontinuierlich erweitert.

Die Exponate der jährlichen Sommerausstellung werden ausschließlich aus dieser umfangreichen Sammlung zusammengestellt. Ein breites Spektrum unterschiedlicher Arbeiten und Stilrichtungen gibt dem Museum die Möglichkeit, die Sommerausstellung jeweils unter ein bestimmtes Thema zu stellen. Im vergangenen Jahr hat das Glasmuseum Objekte gezeigt, die in den 80er Jahren entstanden sind und – gleichsam daran anknüpfend – wird in diesem Sommer eine Auswahl von Arbeiten unter dem Titel „Glas der 90er Jahre“ präsentiert.

Standen die 80er Jahre im Zeichen der Entwicklung und Erprobung von ganz verschiedenen Techniken, so sind die 90er Jahre durch deren Verfeinerung und eine verstärkte Fokussierung auf die Ausdruckskraft der Objekte geprägt. Dabei benutzen die Künstler häufiger und selbstverständlicher andere Materialien in Kombination mit Glas. Auch der Kooperation zwischen Künstlern und Meisterbläsern aus der industriellen Fertigung kommt in diesen Jahren wieder größere Bedeutung zu. In der Sammlung Ernsting finden sich zahlreiche wichtige Beispiele sowohl skulpturaler als auch „funktionaler“ Stücke aus dieser Periode. So wird die Ausstellung einen hervorragenden Überblick über diese Dekade vermitteln.

 

Fotos von links:

Deborah Hopkins, o.T., 1995 – Foto Ron Zijlstra

Constantin Matei-Negreanu, Vogue, 1995 – Foto Ron Zijlstra

Colin Rennie, Objects Consacret, 1998 – Foto Ron Zijlstra

Dale Chihuly, Burnt Orchid (Seaform), 1995 – Foto Ron Zijlstra